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Baustellenkonzert und Vernissage der JG2 am HCG

Musik aufzuführen erfordert viel Arbeit, die im Grunde genommen nie abgeschlossen ist. In diesem Sinne öffnete am 23. November der Leistungskurs Musik seine musikalische Baustelle und präsentierte auf der selbigen des Herzog-Christoph-Gymnasiums den aktuellen Stand der Vorbereitungen auf das fachpraktische Abitur. Ob im Trompeten-Duett oder unter pianistischer Begleitung von Herrn Schmid bekam das Publikum, bestehend aus Mitschülern, Eltern und Kolleg*innen, dabei von Barock bis Jazz Kurzweiliges geboten. Auch für Austausch untereinander gab es in der Pause Zeit, in der sich die Anwesenden außerdem mit Kunst des Basiskurses über die Thematik der Baustelle auseinandersetzen konnten.

Der Kurs Grundkurs Bildende Kunst 3 hatte vor einem Jahr (damals noch Jg1) die praktische Aufgabe im Zuge des Schwerpunktthemas "Abbild und Idee in Stillleben- und Landschaftsmalerei" erhalten, die Baustelle der Schule malerisch darzustellen. Der Name Vanitas HCG war der damalige Arbeitstitel, da Parallelen zwischen dem Motiv der Vergänglichkeit und dem Verfall des Schulgebäudes auf der Hand lagen.

Die Schüler*innen hatten sich im Vorfeld mehrmals über die bereits Jahre anhaltenden Missstände im Gebäude geäußert und waren auch in den Kunsträumen wöchentlich u.a. mit tropfenden Decken, Wasserschäden bei der Zimmerbeleuchtung und Beamern, Baulärm, fehlenden Verdunklungsmöglichkeiten und gelbem Leitungswasser konfrontiert. 

Die Bilder wurden im letzten Schuljahr fertiggestellt, jedoch lagen die Ausstellungspläne zunächst brach, da die Idee, die Werke im Rathaus auszustellen, aus verschiedenen Gründen gescheitert war.
Durch das Konzert bot sich nun eine neue Chance: der Konzerttitel passte, sodass der Kurs  kurzentschlossen seine Vernissage plante; nun unter neuem Namen: Beilstein `21.

Der Flur, der als Örtlichkeit selbst durch frei hängende Kabel, ungestrichene Wände und herumliegende Altmöbel sinnbildlich für die Baustelle steht, diente als Ausstellungsraum und beherbergte die Werke des Kurses, welche z.T. selbst an thematisch passend an hängenden Kabeln, alten Türen oder Leitern präsentiert wurden. 

Für die Verpflegung in der Pause zeichneten sich die kommenden Abiturient*innen ebenfalls selbst aus. So wie sich das HCG auf einem langen, steinigen Weg zu neuer Funktionalität und Wohlfühlatmosphäre befindet, so wie sich die Schüler*innen des Leistungskurses auf einem arbeitsintensiven und herausfordernden Weg zum fachpraktischen Musik-Abitur befinden, so befand sich der Komponist Franz Schubert Zeit seines Lebens auf dem suchenden Weg nach Heimat, Geborgenheit und Liebe. Sein Werk „Die schöne Müllerin“ spiegelt diese Suche und den mit enttäuschten Hoffnungen und Zurückweisungen verbundenen Weg in der Geschichte eines unglücklich verliebten Müllersgesellen auf der Walz. Im fast wohnzimmerähnlichen Flair des Musiksaales führte der Kurs das neugierige Publikum in dieses Werk und die Lebenswelt von Schubert ein, indem er Lieder szenisch darstellte, eine Liedbearbeitung aufführte und sogar einen selbst komponierten Song zum Thema Suche nach Freiheit und Aufbruch in die Zukunft vortrug. Dieser vom Text bis zu den Bläserstimmen selbst komponierte und arrangierte Song bildete den Abschluss der ersten Hälfte des Konzerts.

Allen Beteiligten wurde ein spannender und unterhaltsamer Abend geboten, an dem beide Kurse zeigten, wie auch widrige Umstände zu Kreativität inspirieren können.

 

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